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Tipps dazu, wie Sie beim Verfassen einer Bewertung Verleumdung vermeiden

aktualisiert am 30. August 2018

Wenn Sie dies lesen, hat Glassdoor Sie möglicherweise darüber informiert, dass Sie eine Bewertung verfasst haben, die mit höherer Wahrscheinlichkeit als andere Bewertungen von dem Unternehmen bzw. der Person, das bzw. die Gegenstand dieser Bewertung ist, angefochten werden wird. Glassdoor stellt Ihnen den folgenden Artikel zur Verfügung, um Ihnen Tipps zur Abwehr von Verleumdungsklagen zu geben.

Glassdoor ist der Electronic Frontier Foundation (EFF) sowie ihrem fortdauerndem Kampf verpflichtet, die im First Amendment (Erster Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika) verankerten Rechte auch im Internet zu schützen. Der größte Teil des folgenden Artikels ist ein Auszug aus dem Blog der EFF zu diesem Thema.

Hinweis Dieser Artikel bezieht sich auf US-amerikanisches Recht. Wenn Sie nicht in den USA ansässig sind, beachten Sie bitte beim Verfassen von Bewertungen die in Ihrem Land geltenden Gesetze.

Zusammenfassung
Sie haben das Recht, Ihre Ansicht zu Ihrem Unternehmen oder zur Unternehmensleitung auf Glassdoor anonym zu posten. Dabei steht die von Ihnen geäußerte Meinung unter dem Schutz des ersten Zusatzes zur US-Verfassung (First Amendment). Beachten Sie dabei jedoch, dass Aussagen zu belegbaren Fakten zu Verleumdungsklagen führen können, wenn Ihr Unternehmen und/oder die Unternehmensleitung behauptet, Ihre Aussagen seien falsch.

Im Folgenden erklären wir, warum Sie sich den Unterschied zwischen Ihrer Meinung und potenziell als verleumderisch anzusehenden Aussagen, deren Richtigkeit bzw. Unrichtigkeit nachgewiesen werden kann, vor Augen führen sollten.

Warum sollte ich mir über Verleumdung Gedanken machen?
Wenn ein Arbeitgeber Ihre Bewertung anfechtet, wird dieser höchstwahrscheinlich eine Klage gegen „Jane oder John Doe“ einreichen (denn Ihre Beiträge auf Glassdoor sind ja anonym) und dann eine rechtliche Anordnung erwirken, die Glassdoor verpflichtet, seine zu Ihrer Person gespeicherten Daten preiszugeben. Glassdoor kämpft dann – auf eigene Kosten – dagegen, dass der Kläger (so wird der Herausforderer in einem Rechtsverfahren genannt) das Gericht davon überzeugt, Glassdoor zur Herausgabe aller Daten zu Ihrer Identität zu verpflichten.

Wenn der Kläger einen Anscheinsbeweis vorlegen kann, der zeigt, dass Ihre Bewertung den Tatbestand der Verleumdung oder üblen Nachrede erfüllt, ist es für Glassdoor ungleich schwerer zu verhindern, dass der Kläger das Gericht davon überzeugt, Glassdoor zur Herausgabe aller Daten zu Ihrer Identität zu verpflichten. Wenn Glassdoor vom Gericht zur Herausgabe der Daten zu Ihrer Identität verpflichtet wird, können Sie gegen die Verleumdungsklage immer noch mit Ihrem eigenen Anwalt vorgehen, aber dann wüsste der Kläger, wer Sie sind, und das könnte für Sie zu Schwierigkeiten führen.

Was ist ein Anscheinsbeweis? Als Anscheinsbeweis wird ein Sachverhalt bezeichnet, nach dem eine Aussage nach erstem Anschein – also bevor Sie überhaupt die Chance erhalten zu erklären, was Sie damit gemeint haben – verleumderisch zu sein scheint, und der vom Kläger als Nachweis für die Unrichtigkeit der Aussage vorgelegt wird. Synonym hierzu werden auch die Begriffe „Beweis des ersten Anscheins“ und „Prima-facie-Beweis“ verwendet.

Leider ist dies die übliche Vorgehensweise, wenn ein Unternehmen oder eine Person die Identität eines anonymen Glassdoor-Nutzers zu ermitteln versucht, und sie begünstigt den Kläger. Wenn Sie in einer Bewertung etwas aussagen, und der Kläger schwört, dass Ihre Aussage nicht wahr ist, oder Ihre Aussage durch andere Beweise widerlegt, dann hat der Kläger den Anscheinsbeweis erbracht, dass Ihre Aussage verleumderisch ist.

Also was genau ist dann Verleumdung?

Im Allgemeinen ist Verleumdung eine als Tatsache dargestellte falsche Aussage, die für den Ruf eines Unternehmens oder einer Person schädlich ist und schuldhaft (d. h. infolge von Fahrlässigkeit oder Böswilligkeit) öffentlich wird. Im Englischen bezeichnet „libel“ die Verleumdung in schriftlicher Form und „slander“ die Verleumdung in mündlicher Form.

Der Kläger muss zu vielen Elementen Beweise vorlegen, um einen Verleumdungsfall zu gewinnen. Dabei ist das wichtigste Element, mit dem Glassdoor zu verhindern versucht, dass ein Kläger die Preisgabe Ihrer Identität erzwingen kann, die unrichtige Tatsachenbehauptung.

Kann der Kläger einen Anscheinsbeweis zu einer unrichtigen Tatsachenbehauptung über ihn in Ihrer Bewertung erbringen, dann ist es durchaus möglich, dass das Gericht Glassdoor zur Herausgabe der bei Glassdoor vorliegenden Daten zu Ihrer Identität verpflichtet.


Aber ist nicht die Wahrheit ein Mittel zur Verteidigung bei Verleumdungsklagen?
Ja, das stimmt. Aber in der Regel lassen die Gerichte es in dem Stadium der Klage, in dem der Kläger einzig Ihre Identität ermitteln will, nicht zu, dass Glassdoor einen Beweis für die Wahrheit einer Aussage vorlegt. Wenn der Kläger die Klage gegen Sie auch dann noch aufrechterhält, nachdem er Ihre Identität erfahren hat, können Sie Beweise für die Wahrheit Ihrer Aussage vorlegen.

Aber dahin wollen wir es erst gar nicht kommen lassen, wenn wir nicht müssen. Wir empfehlen daher mit Nachdruck, in Ihren Bewertungen auf Glassdoor keine belegbaren Tatsachenbehauptungen zu machen. Wir bitten Sie, stattdessen Ihre „Meinung“ zu Ihrem Arbeitsplatz kundzutun.

Kann auch meine Meinung verleumderisch sein?
Nein, aber es reicht nicht aus, eine Aussage als Ihre „Meinung“ zu bezeichnen, damit sie nicht als verleumderisch angesehen werden kann. Lesen Sie weiter, um Näheres hierzu zu erfahren.

Was ist eine Behauptung einer belegbaren Tatsache?
Eine Behauptung einer belegbaren Tatsache ist eine Aussage, die eine nachweislich falsche Behauptung als Tatsache darstellt wie beispielsweise „xy hat einen Mord begangen“ oder „xy hat seine/n Ehefrau/Ehemann betrogen“. Wenn Sie in einer Bewertung sagen, dass „der Geschäftsführer bei jedem Betriebsfest illegale Drogen nimmt“, so ist dies schwerlich als Meinung einzustufen. Sie könnten stattdessen sagen: „mir scheint, dass es in diesem Unternehmen einen gewissen Konsum an Drogen gibt“. Diese Aussage würde mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als „Meinung“ angesehen.

Können Sie Beispiele für „Behauptungen belegbarer Tatsachen“ und „Meinungen“ geben?
Im Folgenden finden Sie Beispiele für Aussagen, die von kalifornischen Gerichten als Behauptungen belegbarer Tatsachen eingestuft wurden:

  • Jemand beschuldigen, Freunden kommunale Verträge zuzuschustern und Bestechungsgelder zu zahlen
  • Als „Tatsache“ darzustellen, dass jemand Beweismaterial gefälscht und dem Gericht vorgelegt hat
  • Zu behaupten, dass „nach meiner eigenen unmittelbaren Erfahrung mit diesem Gebäude und seinen Eigentümern ein Vermieter versucht hat, für sechs Bewohner eine Zwangsräumung zu veranlassen, und außerdem zum Tode von drei Bewohnern und zum Auszug von acht weiteren beigetragen zu haben“
  • Anzudeuten, dass ein Zahnarzt nicht vor Quecksilber in Zahlfüllungen gewarnt, mehrere Zahnlöcher nicht erkannt und ein gängiges Anästhetikum unsachgemäß und ohne vorherige informierte Einwilligung des Patienten angewendet hat
  • Zu behaupten, dass der Verfasser bei einem Dritten eine Immobilienanlage gemacht und diese Investition keinen Gewinn erbracht hat, und dass der Verfasser und die andere Partei sich über die Investition ausgetauscht haben


Hier einige Beispiele dazu, was kalifornische Gerichte als „Meinung“ (nicht belegbare Tatsachen) betrachten:

  • Ein Betrag, demzufolge die CEO mit ihrer Bank macht, was sie will, ihr Sohn (ein leitender Angestellter der Bank) „ein fettes und faules Arschloch ist“, es sich um eine „beschissen arme Bank“ und eine „Problembank“ handelt, die geschlossen wurde und ihre Kunden im Stich gelassen hat
  • Bezeichnung der Führungsriege eines Unternehmens als „Schwachköpfe, Versager und Betrüger“
  • Die Anschuldigung, andere mit zuckersüßen Versprechungen in ein Netz aus Lügen und Pump-and-Dump zu ziehen
  • Behauptungen, denen zufolge jemand „unehrlich und angsteinflößend“ und ein „fürchterlicher Vater“ ist
  • Veröffentlichen eines Posts mit einer Liste der „10  dümmsten Arschlöcher“
  • Bezeichnung eines Dritten als „große Schlampe“, „Versager vom Dienst“ und „Hühnerarsch“
  • Aussage, eine Universität sei „vermutlich ein Marktplatz für Abschlüsse“
  • Bezeichnung von Berichten einer Nachrichtenagentur als „verschrobene Berichterstattung“
  • Charakterisierung eines Arbeitsplatzes als „schrecklich“ und „Horror“


Verleumdung ist immer im Zusammenhang zu sehen. Das Gesetz wird von verschiedenen Richtern oft unterschiedlich interpretiert. Sehen Sie daher die aufgeführten Beispiele nicht als harte Fakten zu bestimmten Wörtern und Wortgruppen an.

Einige Gerichte sehen selbst tatsachenartige Behauptungen auf Websites wie der von Glassdoor als Meinung an. Aber es gibt keine Möglichkeit, im Voraus zu wissen, wie ein Richter im Einzelfall entscheiden wird. Es ist auf jeden Fall sicherer, tatsachenartige Behauptungen insgesamt zu vermeiden und nur Aussagen zu treffen, die unabhängig vom Zusammenhang immer als Meinung angesehen würden.

Hilft es den Namen der Person, über die ich schreibe, zu verschleiern?
Wahrscheinlich nicht. Sie können jemanden auch diffamieren, ohne den Namen dieser Person zu nennen, wenn aus dem Gesagten für den Leser klar hervorgeht, wen Sie meinen. Wenn Sie beispielsweise sagen „der Staatsbedienstete, der auf der Pennsylvania Avenue 1600 wohnt“, so kann der Leser trotzdem daraus leicht erschließen, dass es sich um den Präsidenten der Vereinigten Staaten handelt.

Unabhängig von der Frage, ob Ihre Bewertung verleumderischen Charakter hat oder nicht, sollten Sie wissen, dass Sie nach unserer Maßgabe Geschäftsführer bzw. CEO, CIT, CFO und ähnliche Führungspersönlichkeiten Ihres Unternehmens in Ihrer Bewertung namentlich nennen dürfen, nicht aber sonstige Personen in Ihrer Organisation. Das bedeutet auch, dass Sie nicht leitende Personen auch dann nicht beschreiben dürfen, wenn Sie deren Namen nicht nennen. Sie dürfen etwa sagen: „Die Führungsebene hört nicht auf die Belange der Mitarbeiter“. Aussagen wie „Der kürzlich eingestellte Leiter der Marketingabteilung behandelt seine Mitarbeiter schlecht“ sollten Sie jedoch tunlichst unterlassen.

Gibt es weitere rechtliche Überlegungen, die ich berücksichtigen sollte?
Ja. Wie bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt, bezieht sich alles hier Besprochene auf das Verleumdungsrecht („Law of Defamation“) in den Vereinigten Staaten. Andere Länder haben andere Richtlinien, was Verleumdung angeht; auch wird der Schutz der freien Meinungsäußerung und freien Rede unterschiedlich gehandhabt. Wenn Sie nicht in den USA ansässig sind, beachten Sie bitte beim Verfassen und Veröffentlichen von Bewertungen die in Ihrem Land geltenden Gesetze.

Weiter sollten Sie prüfen, ob Ihre Bewertung in irgendeinem Punkt gegen in dem zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber geschlossenen Vertrag festgelegte Verpflichtungen verstößt. Manche Arbeitgeber verpflichten Ihre Mitarbeiter beispielsweise zur Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung. Das heißt, dass Ihr Arbeitgeber Klage gegen Sie erheben kann, wenn Sie berechtigte vertrauliche Informationen in Ihrer Bewertung aufführen.

Einige Verträge mit Arbeitgebern beinhalten auch Unterlassungsbestimmungen in Bezug auf Rufschädigung oder weitere Einschränkungen hinsichtlich Äußerungen auf Websites wie Glassdoor. Manchmal sind diese Einschränkungen nicht rechtens. So verstoßen beispielsweise Richtlinien und Verträge, die es den Mitarbeitern verbieten, Gehälter und Arbeitsbedingungen untereinander zu diskutieren, gegen US-Bundesrecht und gegen Gesetze verschiedener US-Bundesstaaten (wie dieses und dieses). Dann kann Ihr Arbeitgeber verpflichtet werden, die Bestimmungen zu ändern, die gegen diese Gesetze verstoßen.

In anderen Fällen, beispielsweise wenn diese Bestimmungen in Aufhebungsverträge eingebunden sind, die Ihnen im Gegenzug eine Zusatzvergütung zusprechen, sind sie durchsetzbar. Sie sind von Rechts wegen verantwortlich für Ihre Beihilfe zu bindenden, durchsetzbaren Verträgen.

Zur Beachtung
Helfen Sie Glassdoor, Ihnen zu helfen. Versuchen Sie Ihr Bestes und schreiben Sie Ihre Bewertungen als Meinung. Wenn Sie sich für sprachliche Ausdrücke entscheiden, die Behauptungen belegbarer Tatsachen beinhalten, bedenken Sie bitte, dass Sie dann Gegenstand einer strafbewehrten gerichtlichen Anordnung im Rahmen einer „Jane or John Doe“-Verleumdungsklage werden können. Das heißt, dass Glassdoor durch eine gerichtliche Anordnung verpflichtet werden könnte, Daten preiszugeben, die auf die Identität Ihrer Person schließen lassen. Da dies keiner von uns will, bitten wir Sie mit Nachdruck, Ihre Bewertungen so zu verfassen, dass diese klar als Meinung zu erkennen sind, und keine belegbaren Tatsachenaussagen zu treffen. Wenn Sie sich jedoch für die Verwendung von belegbaren Tatsachenaussagen entscheiden, dann tun Sie dies in dem Wissen, dass es für Glassdoor schwieriger ist, verärgerte Kläger (wie Ihren Arbeitgeber) an der Aufdeckung Ihrer Identität zu hindern. Geben Sie keine vertraulichen Unternehmensinformationen in Ihrer Bewertung preis und achten Sie auf mögliche rechtlich durchsetzbare Vertragsverpflichtungen, denen Sie zugestimmt haben und die sich auf Ihre Bewertung beziehen. Und wenn Sie außerhalb der USA ansässig sind, berücksichtigen Sie die Gesetze und Vorschriften Ihres Landes.

Wenn Sie sich unsicher sind, aber trotzdem unbedingt bestimmte Dinge benennen möchten, bitten Sie einen Freund, Ihre Bewertung vor der Veröffentlichung auf Glassdoor durchzulesen.


Zur Erinnerung: Die vorliegenden häufig gestellten Fragen (FAQ) sind ausschließlich informativer Natur und stellen keinerlei rechtliche Beratung dar. Sie sollten diese Informationen nicht als Entscheidungsgrundlage verwenden, ohne zuvor Rücksprache mit einem Rechtsanwalt zu halten, der Spezialist auf diesem Rechtsgebiet ist.

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